Mund- und Nasen-Maske aus dem 3D-Drucker

Florian_ConradFlorian_Conrad Moderator
bearbeitet 2. April in DIY - Do it yourself

Hallo zusammen


Als ich im Keller auf der Suche nach meinem alten Wii Fit Board, auf eine neue FFP2 Atemschutzmaske gestoßen bin, habe ich nicht schlecht gestaunt. Letztes Jahr einfach nebenbei im Baumarkt für ein paar Euro mitgenommen, ist sie im Moment schon fast mit Gold aufzuwiegen. Aber leider nur eine einzige. Da ist der Maker in mir geweckt worden. Kann ich das nicht selber machen? Wii Fit Board links liegen gelassen, da ich jetzt zu Höherem berufen bin und ab in die Makerhöhle.

Im Internet gibt es viele Ideen und Ansätze zum Thema selbst gedruckte Mund- und Nasen-Masken. Entschieden habe ich mich für zwei Masken, die jeweils zwei unterschiedliche Konzepte verfolgen. Kurzer Hand runtergeladen (like da gelassen), in den Slicer geworfen und ausgedruckt.

Maske 1

Die erste Maske ist von Copper3D , eine Firma die 3D Druckmaterial in Chile und den USA produziert und verkauft. Diese haben mit Ihrer Open Source Maske „N95“ zum „Hack the pandemic“ aufgerufen, um via Hack,- Makerspace Masken für medizinischen Einrichtung zu produzieren. Tolle Idee. Hier druckt man in ca 3 Stunden drei einzelne Teile, die Maske wird ganz flach ausgedruckt und erinnert an ein Schnittmodell. Anschließend muss man die Maske mit einem Heißluft,- oder normalen Föhn erwärmen und in Form biegen. Hier ist der Vorteil, dass die Maske seiner Gesichtsform angepasst werden kann. Nachteil ist, man muss die Überlappungen verkleben oder mit einem 3D-Stift zu schweißen. Vorsicht  wenn man sich heißen Kunststoff ins Gesicht drückt! Verbrennungsgefahr! An der linken Seite der Maske befindet sich eine Öffnung, wo man laut Anleitung, Abschminkpad´s als Filter einschrauben kann. Aber zum Thema Filter Material gleich mehr. Das hat alles ganz gut funktioniert, nur das Gewinde ist sehr schwer wieder auf zu bekommen.


Maske 2

Die zweite Maske ist von Thingiverse und besteht ebenfalls aus drei einzelnen Teilen. Alle drei Teile ausdrucken (Druckzeit ca. 5 Stunden), Filter einsetzen, zusammen klicken und fertig ist die Laube. Vorteil, die Maske ist leicht zu drucken und der Filter einfacher zu tauschen. Nachteil, hier fällt das Anpassen der Maske an die Gesichtsform schwerer. Lücken soll man laut Anleitung mit Watte oder Gummi abdichten. Mit einem Heißluftpistole kann man sich aber auch hier behelfen.


Filtermaterial

Zurzeit sind alle Masken und Filtermaterialien schwer zu bekommen. So habe ich mich im Netz auf die Suche gemacht, was man als Alternative verwenden könnte. Auf dieser Seite habe ich dann etwas gefunden, was es in fast jedem Haushalt gibt und noch nicht weg gehamstert ist. Staubsauger beutel! Diese sollen angeblich ganz hervorragend geeignet sein. Einfach für die jeweilige Maske ausschneiden und einsetzen.

Fazit

Ich muss ganz klar sagen, ich bin kein Experte was Atemschutzmasken angeht. Welchen Wirkungsgrad diese DIY Masken haben kann ich nicht mal einschätzen. Man sollte auch nicht davon ausgehen, wer so eine Maske hat, ist gleich besser oder sogar vollständig geschützt. Auch die FFP 1, 2, oder 3 Masken schützen nur in einem bestimmten Zeitfenster und müssen dann entsorgt werden. Das Beste was uns schützt ist, zu Hause zu bleiben, Hände oft waschen und Abstand halten. Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, das ich mir hier zwei tolle Staubschutzmasken für zukünftige Schleifarbeiten gemacht habe.

So und jetzt suche ich das alte Wii Fit Board im Keller, weil Bewegung gesund hält. Schreibt mir gerne was ihr darüber denkt und bleibt gesund. 

Kommentare

  • Hey Flo,

    sehr cooler und interessanter Beitrag! 👍️

    Bei der Maske von Copper3D ist mir ein Gedanke gekommen: Würde es vielleicht was bringen, Teile davon mit Flex-Filament zu drucken? Ich kenne die genaue Konstruktion nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Maske dann noch besser mit dem Gesicht abschließen würde.

    Viele Grüße,

    Patrik

  • Hallo Patrik

    Die Maske aus TPU Drucken habe ich mir auch überlegt. Leider ist mir das im Home Office nicht möglich.

    Aber ich stimme dir zu das dieses Material sich besser anschmiegen würde, nur weiß ich nicht wie sich das Gewinde verhält wenn es flexibel ist. Aber Hydrid version wäre auch sehr interessant. 🤔


    Tü aus Mü

    Florian

  • Hallo,

    zum Thema Filtermaterial, es wurde auch schon berichtet das Kaffeefilter sich als Maske und in diesem Fall somit als Filtermaterial eignen. Ob das wirklich stimmt kann ich aber nicht sagen.

    Viele Grüße und bleibt alle gesund.

    Henning

  • Hallo Henning


    Das ist auch ein super Tipp, kann ich mir als Filtermaterial auch gut vorstellen. Man sollte das vorher zuhause mal über einen gewissen Zeitraum antesten. Bei der N95 Maske mit doppelt Abschminkpad als Filter habe ich schwer Luft bekommen. Wenn dann noch die Feuchtigkeit aus der Atemluft dem Filter zusetzt, kann es mit dem Atmen schnell schwierig werden. (Jetzt in meinem Fall.)


    Danke für den Tipp, ich teste das mal bei Zeiten. 😄

  • Gerade auf Linkedin entdeckt: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nutzt nun alle vorhandenen 3D-Drucker für die Herstellung von Atemschutzmasken und Teile von Beatmungsgeräten. Hier der Link zum Beitrag des DLR.

    Schönen Abend euch allen ;)

    Patrik

  • Hallo Florian,

    ich habe am Wochenende mal einen ähnlichen Entwurf mit flexiblem Filament gedruckt. Die Maske ist dadurch angenehmer am Gesicht, allerdings dauert der Druck recht lange (große Filterverschraubungen).

    Jetzt habe ich die FIlter "rausgschnitten" und drucke die Maske ohne diese in TPU und die Filter zum nachträglichen Einbau mit PLA.

    Ergebnisse poste ich dann :-)

    LG, Sergej

  • Ich liebe meinen RF100v2, aber die Masken aus der Nähmaschine tragen sich halt recht leicht.


  • Hallo, hier wie versprochen die Ergebnisse wie man mit flexiblem und festem Filament eine Maske mit tauschbarem Filter bauen kann:

    Der Filtereinsatz ist jetzt so konstruiert, dass das flexible Material gut in die vorhandene Aussparung eingesetzt und anschließend verschmolzen werden kann:


    Das flexible Material hat jetzt noch einen extra Ring zur Verstärkung um die Aussparung - dieser passt in die Aussparung beim Filter und wird später verschmolzen. Hier der eingesetzte Filter:

    Für eine bessere Abdichtung und Stabilität wird das starre PLA nun mit dem flexiblen TPU verschmolzen. Ein regelbarer Lötkolben mit breitem Aufsatz hat sich als beste Möglichkeit rausgestellt (300°C; Geschwindigkeit an die Temperatur anpassen):

    Vorher natürlich Lötzinn-Reste gut entfernen... die silbernen Spuren hier sind vom PLA ;-)

    Anschließend sehen die Schweißnähte zB außen dann so aus:

    Mit dem Lötkolben kann man dann auch die anderen Verbindungen zum Auffalten der Maske verschweißen. Die fertige Maske sieht dann so aus:

    Hier können dann Schminkpads (ca 50mm Durchmesser) als Filter eingesetzt werden oder entsprechende Filterscheiben z.B. aus einem Staubsaugerbeutel... einem neuen ;-)

    Die Filterpads sind austauschbar, die Maske kann desinfiziert werden. Es gibt sogar Filamente, die für medizinische Verwendung freigegeben sind und antibakteriell wirken...

    Bei Interesse kann ich die STL-Dateien posten. Der Entwurf nutzt den Filter aus der ersten Variante der NanoMask und die Basis der auffaltbaren Maske stammt von: https://www.thingiverse.com/thing:4247192 - mit ein paar Änderungen halt ;-)

    Druckzeit insgesamt ca 4-5h. Natürlich kann man da noch schöne andere Farben nehmen - ich hatte nur noch diese im Homeoffice...

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Nachbauen, Sergej

  • Hi zusammen,

    echt Wahnsinn was ihr da schon konstruiert habt!! Zum Thema Filter bin ich zufällig im Conrad Shop über etwas gestolpert. Auf dem Marktplatz gibt es etliche Filtrierpapiere, in den verschiedensten Formen.

    Zugegeben, ich hab keine Ahnung für was die eigentlich gedacht sind und wie gut die für Masken geeignet sind, aber vielleicht bringen sie ja mehr als der normale Kaffeefilter :) 

    Auch mal völlig unabhängig von wo man die bekommen kann, aber evtl. lässt sich der Schutz damit noch mehr verbessern.

    Ich hab hier mal den Link aus dem Conrad Shop: https://www.conrad.de/de/o/laboreinrichtung-7601114.html?tfo_brand=Hahnem%C3%BChle%20Fineart  

    Und hier der Hersteller: https://www.hahnemuehle.com/de/filtration/laborfiltration.html 

    Schaut gerne mal rein, vielleicht kennt sich ja jemand von euch besser damit aus😅

    Liebe Grüße Markus

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